
Anhand unserer eigenen Praxis zeigen wir, wie Schriftstudios und Designer:innen die unlizenzierte Nutzung ihrer Produkte unterbinden können, dabei zusätzliche Einnahmen erzielen und zugleich ihre Reputation wahren.
Als Schriftstudio wissen wir sehr genau: Je populärer eine Schrift ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie ohne Lizenz genutzt wird — obwohl die Entwicklung einer einzigen Schriftfamilie mitunter Jahre sorgfältiger Arbeit in Anspruch nimmt. Ausführlich darüber, wie die Lizenzierung von Schriften funktioniert, haben wir hier geschrieben.

Die Nachverfolgung unlizenzierter Schriftverwendungen und die Wiederherstellung eines fairen Umgangs in solchen Fällen übernimmt bei TypeType die Abteilung für Lizenzkontrolle — und zwar nicht nur innerhalb des Unternehmens, sondern auch als Dienstleistung für andere Schriftstudios. Eine solche Zusammenarbeit erfordert keine Vorabinvestitionen und birgt im Fall eines erfolglosen Ausgangs keine finanziellen Risiken; zugleich kann sie dem Partnerstudio bereits in den ersten Tagen Einnahmen bringen. Mehr über die Dienstleistungen von TypeType für Agenturen erfahren Sie auf dieser Seite.
Wie funktioniert die Lizenzkontrolle von Schriften?
Zunächst führt das technische Team von TypeType ein Monitoring der Schriftnutzung durch. Mithilfe von Software wird eine Datenbank aufgebaut, in der Verwendungen der Schriften des Partnerstudios auf Websites, in Apps und in weiteren Quellen erfasst werden.
TypeType verfügt über große Erfahrung im Bereich mobiler Anwendungen — das Team analysiert sie besonders gründlich und in großer Zahl. Solche Abschlüsse haben das höchste Potenzial, und mit einigen langjährigen Partnern begann die Zusammenarbeit der Studio genau in diesem Bereich.
Aber auch bei Websites sind die Ergebnisse sehr hoch, da TypeType nicht nur mit großen Websites mit hoher Reichweite arbeitet, sondern auch mit weniger sichtbaren Projekten. Häufig kommt es vor, dass eine Website nur wenige Aufrufe hat, ein Unternehmen die Schrift zugleich jedoch sehr aktiv auf anderen Trägern einsetzt. Dank der Arbeit des zuständigen Managers lässt sich die Nutzung der Schrift dann im Rahmen mehrerer Lizenzarten legalisieren. Bei der Arbeit mit Websites werden daher nicht nur die Zugriffszahlen bewertet, sondern auch die Aktivität der Website, die Zahl der dort eingesetzten Schnitte, der Preis der Schrift sowie weitere Merkmale, an denen sich Potenzial erkennen lässt.

Als Orientierung für die Recherche dienen die Metadaten der Schriften. Auf Wunsch kann das Partnerstudio diese Daten in Form einer Tabelle in Microsoft Excel erhalten und selbst damit weiterarbeiten. Diese Variante eignet sich für alle, die bereit sind, sämtliche Risiken und die weitere Kommunikation mit den Kund:innen selbst zu übernehmen.
Die andere, deutlich effektivere Option ist das Outsourcing, das dem Partner einen großen Teil der Belastung abnimmt. In diesem Fall übernimmt TypeType den gesamten Prozess — von der Aufbereitung der Daten bis zum Abschluss der Vereinbarungen; zugleich wird die gesamte Kommunikation mit den Kund:innen vollständig nach den Prinzipien aufgebaut, die das Partnerstudio vertritt.
„Als die Idee aufkam, diesen Bereich auszubauen, hätten wir nicht gedacht, dass wir auf eine so große Zahl von Menschen stoßen würden, die unsere Schriften ohne Lizenz nutzen. Der Großteil davon tut das jedoch ganz ohne böse Absicht, sondern aus Unkenntnis, und ist bestrebt, die Situation möglichst schnell zu korrigieren. Gerade diese loyalen Nutzer:innen machen den größten Teil der Einnahmen aus.
Wir arbeiten in diesem Bereich seit fünf Jahren, haben insgesamt bereits mehr als zwei Millionen US-Dollar erwirtschaftet und verbessern unser Jahresergebnis weiterhin. In dieser Zeit haben wir aus eigener Erfahrung eine Phase von Versuch und Irrtum durchlaufen und unterstützen heute andere Partnerstudios mit großer Sicherheit. Wir verstehen sehr genau, welche Aspekte für unsere Kolleg:innen besonders wichtig sind, und sind bereit, uns flexibel auf ihre Anforderungen einzustellen.“
Alexander Kudryavtsev, CEO und Mitgründer von TypeType
Nur Ertrag, kein Risiko
Das Outsourcing-Modell bietet zwei zentrale Vorteile.
Der erste ist das fehlende Kostenrisiko. Der Einstieg in die Zusammenarbeit ist für das Partnerstudio vollständig kostenfrei. TypeType verlangt keine Vorauszahlungen und arbeitet nach dem Revenue-Share-Modell, bei dem die erzielten Erlöse in einem vorab vereinbarten Verhältnis aufgeteilt werden. Das bedeutet: Das Partnerstudio zahlt eine Provision nur dann, wenn die Nutzer:innen tatsächlich eine Lizenz erwerben.
Der zweite Vorteil ist die schnelle Monetarisierung. Der Austausch mit den Kund:innen ist so organisiert, dass der Zeitraum zwischen der ersten Kontaktaufnahme und der Legitimierung der Nutzung möglichst kurz bleibt. Manche Nutzer:innen erkennen ihren Fehler bereits nach dem ersten Schreiben und erwerben die Lizenz unmittelbar. Deshalb kann das Partnerstudio die ersten Einnahmen schon innerhalb weniger Wochen nach Abschluss der Vereinbarung mit TypeType erhalten.

Wichtig ist zudem, dass die Kund:innen sämtliche Käufe direkt über die Website des Partnerstudios abwickeln. Die Zahlungen gehen unmittelbar auf dessen Konto ein. TypeType tritt nicht als Zahlungsintermediär auf, was vollständige Transparenz gewährleistet. Am Ende des vereinbarten Abrechnungszeitraums gleichen die Partner ihre Statistiken ab und rechnen die vereinbarte Provision entsprechend miteinander ab.
Individuelle Herangehensweise
„Als Schriftdesigner verstehen wir den Wert von Schriften sehr genau und können ihn den Kund:innen überzeugend vermitteln. Zugleich wissen wir als großes Schriftstudio sehr genau, welchen Stellenwert geistiges Eigentum hat — und wie wichtig es ist, es zu schützen.“
Ivan Gladkikh, CTO und Mitgründer von TypeType
Die Kommunikation mit den Kund:innen verläuft bei TypeType in zwei Stufen:
1) Ein freundlicher Einstieg. Zunächst erhält der Kunde ein möglichst freundlich formuliertes Schreiben mit der Bitte, Auskunft über eine vorhandene Lizenz zu geben. Häufig lässt sich die Angelegenheit bereits in diesem Stadium klären, und die Parteien gehen im Guten auseinander. Darüber hinaus erwerben Kund:innen nicht selten nicht nur Lizenzen für die bereits genutzten Schriften, sondern auch für zusätzliche Schnitte oder weitere Schriften des Partnerstudios. Bei Projekten mit mittlerem oder hohem Potenzial wird von Beginn an ein Manager eingebunden; bei geringem Potenzial werden Schreiben an mögliche Rechtsverletzer automatisiert versendet.
2) Eskalation. Erst bei vollständiger Ignoranz geht TypeType zu strengeren Maßnahmen über: Das Team informiert über Möglichkeiten zum Schutz des Urheberrechts und richtet eine Beschwerde an den Hosting-Provider oder an den App-Store wegen illegaler Inhalte, was zur Sperrung der Website oder der App führen kann. Dies ist der äußerste Schritt: Das Hauptziel eines solchen Vorgehens ist nicht die Sperrung der Ressource, sondern die Kontaktaufnahme mit dem Inhaber, um die Angelegenheit zu klären, wenn andere Wege nicht zum Ergebnis geführt haben.

Ein gesonderter Fall ist die sogenannte frühere Nutzung. Gemeint sind etwa Situationen, in denen eine Schrift vor einem Jahr auf einer Website eingesetzt und später wieder entfernt wurde. Auch solche Fälle nimmt TypeType in die Datenbank auf, denn eine Nutzung in der Vergangenheit entbindet nicht von der Verantwortung. In der Regel wird die Angelegenheit dadurch geklärt, dass der Kunde eine Lizenz für die Schrift erwirbt; die Frage einer Kompensation erübrigt sich damit.
Wichtig ist zudem, dass TypeType für jede Zusammenarbeit mit einem Studio einen individuellen Ansatz entwickelt und sich im Ton der Kommunikation an den jeweiligen Partner anpasst.
„Auch alle Schriftdatenbanken werden mit den Partnern abgestimmt, damit Organisationen ausgeschlossen werden können, mit denen ein bestimmtes Studio aus dem einen oder anderen Grund nicht in Kontakt treten möchte. Manche möchten etwa aus ethischen Gründen nicht, dass gemeinnützige Organisationen in diese Listen aufgenommen werden. In solchen Fällen nehmen wir keinen Kontakt zu ihnen auf — auch dann nicht, wenn sie die Schrift ohne Lizenz nutzen. Dieser flexible Ansatz hilft dabei, die geschäftliche Reputation des Partners zu wahren und aus einem Verstoß einen loyalen Kunden zu machen.“
Georgy Koloskov, Partner Manager von TypeType
So wurden viele Nutzer:innen, die eine Schrift unbeabsichtigt ohne Lizenz eingesetzt hatten, schließlich zu loyalen Kund:innen von TypeType und seinen Partnern und setzten die Zusammenarbeit anschließend auf kommerzieller Grundlage fort.
Schriften sind wichtig
Für TypeType war der Start des Projekts zur Lizenzkontrolle auch eine sehr interessante technische Aufgabe, durch die das Unternehmen seine Expertise in angrenzenden Bereichen erweitern konnte. Im technischen Teil des Projekts werden die Werkzeuge zur Erkennung von Nutzungsfällen deshalb kontinuierlich weiterentwickelt — im Web, in mobilen Anwendungen und auch auf weiteren Trägern.
Im juristischen Bereich erwies sich vor allem die Frage des Schutzes geistigen Eigentums in unterschiedlichen Ländern und Rechtsordnungen als besonders interessant. Genau diesen Bereich baut TypeType derzeit aktiv aus, um sich selbst und seine Partner mit größtmöglicher fachlicher Kompetenz zu schützen.

„Dank dieses Projekts konnten wir unsere Kund:innen besser verstehen, weil wir Daten über große Unternehmen erhalten haben, die unsere Schriften einsetzen. Einige von ihnen hatten die Lizenzen nicht direkt bei uns, sondern über unsere Partner erworben, sodass ein Teil dieser Projekte für uns unsichtbar blieb. Gerade für Type Designer ist es jedoch wichtig zu sehen, dass ihre Schriften in großen Projekten verwendet werden — das ist nicht nur für die Schriftgestalter:innen, sondern für das gesamte Unternehmen eine wichtige Quelle der Inspiration und bestätigt, dass die Schriften, die wir entwickeln, die Anforderungen großer internationaler Unternehmen erfüllen.
Wir sehen, dass das Bewusstsein der Nutzer:innen für die Bedeutung des Lizenzerwerbs und für den Wert von Schriften wächst — auch als Folge unserer Arbeit. Das bedeutet, dass Schriftunternehmen immer mehr hochwertige und gut gestaltete Schriften veröffentlichen können und zugleich zusätzliche Erlöse aus der Arbeit mit Rechtsverletzern erzielen.“
Das Team von TypeType
Mehr über die Lizenzen von TypeType erfahren und die passende auswählen können Sie auf dieser Seite.
FAQ
Welche internationalen Rechtsordnungen werden beim Schutz von Urheberrechten an Schriften berücksichtigt?
TypeType arbeitet mit Fällen in unterschiedlichen Ländern und berücksichtigt jeweils die anwendbare Rechtsordnung — abhängig vom Ort der Schriftnutzung (Website/App), vom Sitz des Unternehmens und von der jeweiligen Veröffentlichungsplattform. Der Ansatz wird individuell gewählt; Ziel ist es, die Nutzung der Schriften ohne Reputationsrisiken für das Studio zu legalisieren.
Kann TypeType auch die Lizenzkontrolle für Schriften übernehmen, die nicht aus der TypeType-Kollektion stammen?
Ja, der Service zur Lizenzkontrolle steht auch Partnerstudios zur Verfügung. Das Team kann die Nutzung der Schriften eines Partners monitoren und bei der Legalisierung entsprechender Fälle unterstützen — von der Recherche bis zur Kommunikation und zum Vertragsabschluss
Wie wird die Datenbank mit Fällen der Schriftnutzung konkret aufgebaut?
Das technische Team führt ein Monitoring durch und erfasst mithilfe von Software dokumentierte Fälle der Schriftnutzung in einer zentralen Datenbank — auf Websites, in mobilen Anwendungen und in weiteren Quellen. In die Datenbank fließt auch die sogenannte frühere Nutzung ein, also Fälle, in denen eine Schrift früher auf einer Ressource eingesetzt wurde, später jedoch entfernt wurde.
Welche Programme oder Werkzeuge kommen beim technischen Monitoring von Schriften zum Einsatz?
TypeType nutzt eigene Softwarelösungen für Monitoring und Analyse und stützt sich dabei auf die Metadaten der Schriften sowie auf Nutzungssignale im Web und in Apps.
Gibt es Beschränkungen hinsichtlich des Umfangs an Schriften und Projekten, die sich verfolgen lassen?
Starre Grenzen gibt es in der Regel nicht: Der Umfang hängt von der Zusammensetzung der Bibliothek des Partnerstudios und von den Prioritäten bei den einzelnen Fällen ab. TypeType hilft dabei, den Prozess so aufzusetzen, dass der Fokus auf den vielversprechendsten Verstößen liegt und Ressourcen gezielt eingesetzt werden.
Wie geht TypeType bei festgestellten Verstößen mit großen Plattformen wie dem App Store oder Google Play um?
Wenn sich kein Kontakt zum Inhaber einer Ressource herstellen lässt, kann TypeType eine Anfrage an die Plattform oder den Provider richten, um das Vorliegen einer Lizenz prüfen zu lassen. Dabei handelt es sich um eine äußerste Maßnahme: Im Vordergrund steht nicht eine Sperrung als „Strafe“, sondern die Klärung der Situation und die Legalisierung der Nutzung.
Kann man den Service von TypeType auch nutzen, wenn ein Studio gerade erst beginnt, mit Schriften zu arbeiten?
Ja. Die Zusammenarbeit erfordert keine Vorabinvestitionen: Der Einstieg ist kostenfrei, und eine Provision fällt nur dann an, wenn eine Lizenz erfolgreich erworben wird. Das ist eine praktikable Lösung für Studios, die ihre Schriften schützen möchten, jedoch noch nicht über die Ressourcen für eine eigene Kontrollabteilung verfügen.
Wie wird die Provision im Revenue-Share-Modell (Erlösbeteiligung, ein Modell, bei dem die Parteien die erzielten Einnahmen in einem vereinbarten Verhältnis aufteilen) für Partnerstudios berechnet?
TypeType verlangt keine Vorauszahlungen: Eine Provision fällt erst an, nachdem der Nutzer eine Lizenz erworben hat. Der Kauf erfolgt direkt über die Website des Partners, das Geld geht unmittelbar bei ihm ein, und am Ende des Abrechnungszeitraums gleichen die Parteien ihre Statistiken ab und rechnen auf Basis der vorab vereinbarten Provision miteinander ab.
Unterstützt TypeType eine automatische Integration in interne CRM-Plattformen (Programme zur Kundenverwaltung und Vertriebssteuerung) von Studios?
Das Grundmodell der Zusammenarbeit basiert auf abgestimmten Fall-Datenbanken und auf der Kommunikation im Rahmen des Legalisierungsprozesses. Bei Bedarf kann sich TypeType an die internen Anforderungen des Partners anpassen, einschließlich Datenformaten und Reporting; die konkreten Integrationsmöglichkeiten hängen jedoch vom jeweiligen System ab.
Welche Maßnahmen werden zum Schutz von Daten und zur Wahrung der Vertraulichkeit von Kund:innen bei der Bearbeitung unlizenzierter Fälle ergriffen?
Die Kommunikation erfolgt umsichtig und orientiert sich am Kommunikationsstil des Partners: zunächst mit einer freundlichen Anfrage zum Lizenzstatus, anschließend mit einer Eskalation nur im Fall von Ignoranz. Zudem wird die Datenbasis mit dem Partner abgestimmt: Organisationen, mit denen ein Studio nicht in Kontakt treten möchte — etwa gemeinnützige Organisationen (NPOs) —, können ausgeschlossen werden, um Reputationsrisiken zu minimieren.
